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2. Februar 2012 - 22:10h | Aktualisiert: 2. Februar 2012 - 22:13h

Sinaloa-Kartell in der Dominikanischen Republik

Ausbau der Luftüberwachung gefordert

Der dominikanische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Aníbal de Castro, hat das Vorhandensein von mexikanischen Drogenhändlern im Norden der Dominikanischen Republik bestätigt. Nach seinen Worten wurden Zellen des Drogenkartells Sinaloa nachgewiesen, die einen neuen Vertriebsweg ihrer Drogen nach Europa organisieren.

Demnach wurde der mexikanische Staatsbürger Luis Fernando Bertolucci Castillo festgenommen und nach seiner Verhörung an die Vereinigten Staaten ausgeliefert. Die kriminelle Gruppe, die in Santiago, La Vega und Jarabacoa operiert, soll an der jüngsten Tötung von drei Kolumbianern, einem Venezolaner und einem spanischen Staatsbürger beteiligt gewesen sein. Castro betonte, dass eine starke Zusammenarbeit mit den US-Behörden unerlässlich sei. Gleichzeitig forderte er einen Ausbau der Luftüberwachung.

Der Botschafter beklagte den moralischen Verfall der dominikanischen Gesellschaft und verwies auf 4.000 Kriminelle, die 2011 aus den USA deportiert wurden (+900 zu 2010). Er erwähnte verschiedene Anforderungen an die dominikanischen Behörden, unter anderem Kommunikations-Ausrüstung, Technologie-Plattformen, Hard-und Software für die Spionage, Schnellboote und Radarstationen für die Marine.

Laut einem Bericht des Außenministeriums der Vereinigten Staaten (United States Department of State) werden 3 Prozent aller Kokainlieferungen für die USA über die Dominikanische Republik abgewickelt. Als eines der größtes Hindernisse bei der Bekämpfung der Drogenbanden wird die Korruption bezeichnet. Die karibische Region steht dabei besonders im Focus. Inzwischen übersteigt der Verkaufswert aller Drogen, welche durch den karibischen Raum geschleust werden, den Wert der legalen Wirtschaft.

In der Dominikanische Republik herrscht ein hohes Maß an Gewalt, Unsicherheit und Korruption. Auffallend sind dabei laut offiziellen Statistiken der hohe Prozentsatz von Straftaten, welche von Mitgliedern der Landespolizei und der Streitkräfte begangen werden. Diebstahl, bewaffneter Raub, Mord, Drogenhandel und organisierte Kriminalität sind die häufigsten Verbrechen im beliebten Urlaubsparadies. Die Statistiken belegen, dass an 10 Straftaten mindestens vier Mitglieder der Strafvollzugsbehörden oder der Streitkräfte beteiligt sind.

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