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6. September 2012 - 14:22h | Aktualisiert: 6. September 2012 - 14:23h

Banken in Wellblech

Banken in Zelten und Hütten und sogar unter Wellblech. Nicht alles sind Banken für “normale” Geldgeschäfte wie in unseren Türmen und Wolkenkratzern, doch die gibt es auch. Die “normalen” Banken, die normalen Bank- und Kundenbedürfnisse, dafür wären eigentlich die Banken da.

Ich meine nicht die in Zelten und Hütten, die einfach so angeschrieben sind, die sind zum Spielen da. Auch eine Geldbeschaffungs-Methode, im ganzen Land ausgeübt, wenn auch weniger ideell, es sei denn auf die Selbstbereicherung des Veranstalters getrimmt. Gespielt wird auch im Internet und an der Börse (bei den “Entwickelten”), und auf Strasse und Wiese (bei den Unentwickelten), überall wo es Menschen gibt- und die gibt es bekanntlich überall. Und gespielt wird ausschliesslich ums Geld.

Aber es gibt auch “Banken” wie WIR sie verstehen, Kreditinstitute, die auch gegen Geld Dienstleistungen für den Zahlungs-, Kredit- und Kapitalverkehr anbieten. Auch die sehen in einem Land wie Haïti anders aus. Von einem genossenschaftlichen, misslungenen Finanzierungssystem, das auf Zeiteinlagen bis zu 10% Zins versprach und dann jämmerlich fallierte habe ich berichtet. Natürlich nenne ich den Namen nicht, es sind noch ähnliche entstanden. Mit ähnlich ideellen Zielsetzungen.

Ein landläufig verbreitetes Finanzierungssystem ist das “Solde-System”, das wohl alle sozialen Klassen umfasst. Auch im Ausland (Diaspora) bleibt man Mitglied einer Solde-Gruppe, jedermann ist in einer solchen. Man zahlt konsequent periodisch nach Wahl einen gewissen Betrag, 100, 10 oder 1 $, in die “Boit secret”, das private und dann ins Sold-Kässeli ein. Eine spezielle Sold-Form sind die “Sabotay”. So nennt man Spargruppen, deren Mitglieder täglich einen fixen Betrag einzahlen, oft nur einen Dollar ( ein Haïti-Dollar zählt 5 Gourdes und entspricht etwa 0,9 € ). Solde-Gruppen gibt es überall wo es Haïtianer gibt. Wenn jemand einen grösseren Betrag braucht, etwa um ein Haus zu bauen oder ein Studium oder eine Flugreise zu bezahlen, lässt er sich die benötigte Summe von “Papa- oder Mama-Sold”, dem Sold-Verwalter auszahlen. Selten gibt Sold-Diebe, und Sold-Papa- und -Mama-Diebinnen. Fast wie bei “unseren” Grossbanken.

Das bereits erfolgreiche Selbsthilfewerk “Hand in Hand” hat mit dem Projekt “Kleinkassen” eine neue Möglichkeit initiiert, um dein finanziellen Grundbedürfnissen der Kleinbauern und der Landbevölkerung nachzukommen und die Verletzlichkeit der Ärmsten zu mindern. Der beiliegende Bericht erzählt von der neuen Erfolgsgeschichte von “Hand in Hand”. Die kleine Stiftung liefert damit erneut den Beweis, dass erfolgreiche Selbsthilfe auch ohne die “Grossen” funktioniert.

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